Sonntag Trinitatis,
11. Juni 2006:
80 Jahre
Posaunenchor der Kreuzkirche

„Lobet den Herrn mit Posaunen!“
Vor nunmehr 80 Jahren – am Sonntag Trinitatis des Jahres 1926 –
gründeten die auf diesem Foto abgebildeten Herren den Posaunenchor der Kreuzkirchengemeinde. (v.l.n.r.: Neppert, Poggendorf, Borostowski, Gottlieb jun., Klein, Gottlieb sen., Poggemeier, Hentschel, Grimm, Ropers, Schniedewind, Offenborn).
Eine von ihnen verfasste Chorsatzung verpflichtete sie zu pünktlichem Erscheinen und zur regelmäßigen Teilnahme an allen Übungsabenden und Einsätzen des Chores.
Unter der Leitung des Gemeindediakons Friedrich Poggemeier – genannt „Vati Poggemeier“ – wurde der Chor zu einer vielseitig aktiven Gruppe in der Gemeinde – bei Gottesdiensten, bei Gemeindefesten, bei Ausflügen u.a. Ein Heftchen mit Eintragungen über die Einsätze des Chores enthält dann aber als vorläufig letzten Eintrag das Blasen am Ewigkeitssonntag des Jahres 1940. Danach schwiegen die Posaunen für einige Zeit. Die kirchlichen Aktivitäten wurden durch die Staatsmacht zunehmend erschwert. Aus den Erzählungen eines der Gründungsmitglieder erinnere ich, dass die Instrumente z.T. an die Parteiorganisationen abgeliefert werden mussten, dass die Instrumente z.T. aber auch den Bläsern übereignet wurden. Sie nahmen die Instrumente mit nach Hause, um sie zu verstecken, was damals sicherlich nicht ungefährlich war.
Nach dem Kriege konnte der Posaunenchor seine Aufgabe endlich wieder wahrnehmen, nun unter der Leitung von Gemeindediakon Wolfgang Schulz – genannt „Woschu“. Durch die Verbindung von Jugendarbeit und Posaunenchor erreichte der Chor nun seine größte Anzahl von Bläsern. Im Jahre 1958 gab es 30 Bläser, dazu 6 Anfänger. Auch die Anzahl der Choreinsätze stieg - neben den wöchentlichen Übungsstunden! - von 39 im Jahre 1952 bis auf 67 Einsätze im Jahre 1958: Mitwirkung in Gottesdiensten, Ständchen zu besonderen Anlässen, Kurrendeblasen in der Adventszeit im Eichtalpark, in Straßen und auf Plätzen der Gemeinde, in Altersheimen, dazu auch die Teilnahme an übergemeindlichen Veranstaltungen mit anderen Posaunenchören oder auch beim Kirchentag.
Doch die "große" Zeit der Posaunenchöre ging vorüber. In vielen Gemeinden wurde über Nachwuchsmangel geklagt - auch bei uns! Einmal - es muss in den Achtzigerjahren gewesen sein - gab es einen Antrag, unseren Chor aufzulösen. Doch die wenigen noch aktiven Bläser wollten weiter durchhalten und ihre Instrumente weiter zum Lobe Gottes erklingen lassen. Bald kamen wieder Bläser hinzu. Und so kann unsere Kreuzkirchengemeinde in diesem Jahr feiern und dem Chor wünschen, dass er noch viele weitere Jahre seinen Auftrag erfüllen kann.
Klaus Schuldt

Heute trifft sich der Posaunenchor wieder regelmässig, um bei vielen ereignissen zu spielen.
Foto: Fricke